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Presse "INSGESAMT"


Aachener Nachrichten 27.2.2010


Gesamtschulen gehen freie Plätze aus

 

14000 Anträge mussten in diesem Jahr in NRW abgelehnt werden. Dieser Trend betrifft auch die Gesamtschulen in der Region

 

VON SARAH SILLIUS

Düsseldorf Aachen. Der landes­weite Trend zeichnet sich auch in Aachen und im Kreis Düren ab:

Die Anmeldungen an Gesamt­schulen steigen, ebenso die Absa­gen. 25 Prozent der Viertklässler wurden in diesem Jahr an einer Gesamtschule angemeldet, wie der "Landeselternrat der Gesamtschulen, die Gemeinnützige Ge­sellschaft Gesamtschulen" (GGG) und die Vereinigung der Gesamtschulleiter am Freitag in Düssel­dorf verkündeten. Zum Vergleich:

Im Jahr 2000 lag die Quote noch bei 19,8 Prozent. So mussten in diesem Jahr 14 000 Schüler alter­native Schulformen wählen.

Die offiziellen Zahlen für die Gesamtschulen in Aachen und im Kreis Düren werden zwar erst in der nächsten Woche bekanntgege­ben, aber ein ähnliches Bild ist bereits jetzt erkennbar: Insgesamt 429 Schüler blieben ohne Platz.

Absagen in Aachen und Düren

Besonders hoch ist die Quote in diesem Jahr an der Städtischen Ge­samtschule Aachen-Brand: Auf 317 Anmeldungen folgten 143 Absagen. An der Maria-Montessori­ Gesamtschule war es etwas weni­ger drastisch. Das Ergebnis hier liegt bislang bei 215 Anmeldun­gen und 41 Absagen. Nur die Heinrich- Heine-Gesamtschule konnte bislang allen 168 Interes­senten zusagen. An den Gesamt­schulen im Kreis Düren gibt es insgesamt 570 Plätze. Die Zahl der Anmeldungen wird in diesem Jahr auf etwa 800 geschätzt. Von der Anne-Frank-Gesamtschule erhiel­ten 78, von der Heinrich-Böll-Ge­samtschule sieben, von der Ge­samtschule Langerwehe 60 sowie von der Gesamtschule Niederzier-Merzenich 100 Schüler ein Nein.

Maike Arz weiß, wie sich Betrof­fene fühlen. Sie ist stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Maria- Montessori -Gesamtschule und hat das Interessensnetzwerk Schulpflegschaften der Gesamt­schulen der, Region Aachen, Dü­ren und Heinsberg, "Insgesamt", mit initiiert: "Die Eltern sind sehr verzweifelt, wenn sie gezwungen werden, eine andere Schulform für ihre Kinder zu wählen." Zu­sammen mit weiteren Elternver­tretern der Aachener Gesamtschu­len hatte Arz eine Unterschriften­aktion organisiert, die am Freitag abgeschlossen wurde. "Wir haben in dieser Woche Briefe an die Frak­tionen verschickt und sie zu ei­nem Treffen aufgefordert, bei dem wir das Problem Gesamtschule er­neut diskutieren wollen", kündig­te Arz an. Das Netzwerk "Insge­samt" zählt zu den 30 Initiativen, die sich nach Angaben der GGG landesweit um Neugründungen von Gesamtschulen bemühen. Sie werfen der Landesregierung vor, "den Elternwillen mit Füßen zu treten" und fordern sie auf, über eine Reform des Schulsystems nach der Landtagswahl nachzu­denken. (an/ddp/dpa)

 

 



Aachener Zeitung 26.11.2009
Stolberger «Schüler-Export» soll ein Ende haben







S
tolberg-Büsbach. «Ich bin glücklich und zufrieden an meiner Schule», tut Nina Graetz selbstbewusst kund. Sie sei froh, die Oberstufe einer Gesamtschule zu besuchen. 

Früher litt sie unter Legasthenie und bekräftigt heute, dass sie ohne gezielte Förderung wohl nie eine reale Chance auf das Abitur gehabt hätte. Luca Volckhardt pflichtet ihr bei: «Ich hatte ein Mathematik-Problem, mit dem ich die Oberstufe eines normalen Gymnasiums nicht erreicht hätte. Dank der Unterstützung der engagierten Lehrer der Gesamtschule in Brand werde ich nun bald mein Abi machen.»

Die beiden Schüler waren zwei der Redner, die im Büsbacher «Angie´s Bistro» interessierte Eltern über die Schulform Gesamtschule informierten. «Insgesamt» heißt das Interessennetzwerk von Schulpflegschaften der Gesamtschulen in der Region, das aufklären und das Image der Gesamtschule positiv beeinflussen will.

«Wir wollen falsche durch realistische Vorstellungen ersetzen, denn die Gesamtschule erfährt zu wenig Anerkennung, da die meisten Leute nicht viel von ihr wissen. Außerdem möchten wir uns gemeinsam gegen politische und ideologische Angriffe auf die Schulform zur Wehr setzen», erklärte Maike Arz den knapp 70 Anwesenden die Intention des Netzwerks.

Arz vertrat die Schulpflegschaft der Montessori-Gesamtschule in Aachen und ließ die Zahlen für sich sprechen. Mehr als 300 Stolberger Kinder besuchen die Waldschule in Eschweiler, über 230 Schüler aus der Kupferstadt sind in der Gesamtschule in Aachen-Brand angemeldet. Und auch an der Montessori-Gesamtschule und und den Gesamtschulen Laurensberg und Langerwehe trifft man auf Schüler aus Stolberg.

«1427 Anmeldungen an den Gesamtschulen der Städteregion stehen 998 Aufnahmen gegenüber, und obwohl längst nicht alle Bewerber angenommen werden, exportiert Stolberg jährlich hunderte Schüler, weil es über keine eigene Gesamtschule verfügt», gab Arz zu bedenken.

Von den Vorteilen der Gesamtschule berichtete Martina Kaiser aus Stolberg. Sie habe zwei Töchter, von denen eine die Gesamtschule in Brand besuche und die andere eine Regelschule der Kupferstadt. Der direkte Vergleich, der ihr somit möglich sei, falle durchweg positiv aus - und zwar für die Gesamtschule. Janine Dassen von der Pflegschaft der Gesamtschule Langerwehe hat ähnliche Erfahrungen gemacht: «Auch ich kann den direkten Vergleich anstellen, da einer meiner Söhne zum Gymnasium geht, der andere auf die Gesamtschule. In der Gesamtschule werden Persönlichkeiten herangezogen, sie ist eine Schule für besonders talentierte Kinder, egal welches Talent sie haben.»

In etwa 45 Minuten hatten die Redner sich und die Gesamtschule kurz vorgestellt, anschließend begannen Gespräche nach dem so genannten «Open-Space»-Prinzip»: Die Vertreter der Pflegschaften der Gesamtschulen verteilten sich locker im Saal und standen für individuelle Fragen und Gespräche im kleinen Kreis zur Verfügung. Die Anwesenden nutzten das Angebot rege, und erst nach zwei weiteren Stunden verließen die Letzten die Gaststätte.

Organisator Achim Graetz, Pflegschaftsvorsitzender der Waldschule Eschweiler, zeigte sich zufrieden: «Das Prinzip der freien Gespräche im offenen Raum haben wir zum ersten Mal angewendet» Zwar habe er sich etwas mehr Resonanz gewünscht, aber die Anwesenden seien ernsthaft interessiert gewesen, betonte Graetz, der das «Drei-Klassen-Schulsystem» für einen Anachronismus hält und die pädagogischen Erfolge der Gesamtschule hervorhob.

Auf die Frage, ob eine Gesamtschule in Stolberg mit der Schließung anderer Schulen einhergehe, antwortete er: «Dies wird als Konsequenz aus den Anmeldezahlen hervorgehen.» Gleichwohl unterstrich Graetz, dass es nicht um eine Konkurrenz zu anderen Schulen gehe, sondern um das Etablieren einer weiteren Schulform. «Und darum, dass dem Willen hunderter Eltern in Stolberg endlich Rechnung getragen wird.»

Aachener Zeitung 13.11.09
Bildungsangebot der Gesamtschule zeigen

Stolberg. Wenn am kommenden Dienstag die zehn Stolberger Grundschulen mit einer Infobörse erstmals gemeinsam über weiterführende Schulen informieren, dann wird es im Zinkhütter Hof nicht nur Stände der Gymnasien, Haupt- und Realschulen in Stolberg geben.

Ein zusätzlicher Stand wird über das Bildungsangebot von Gesamtschulen informieren, obwohl es in der Kupferstadt bekanntermaßen gar keine solche gibt. Dieses Zugeständnis haben die Leiter der Grundschulen dem Elternnetzwerk «Insgesamt» gemacht, das die 13 Gesamtschulen der Region vertritt. Das Netzwerk hatte einen Ausschluss der Gesamtschulen von dieser Infobörse als «nicht akzeptabel» bezeichnet, nachdem die Veranstaltung zunächst nur den Schulen innerhalb des Bezirks des Schulträgers, also der Stadt Stolberg gegolten hatte. «Auf unseren Druck hin hat man da nachgegeben», freut sich Achim Graetz. Der Stolberger, der an der Eschweiler Waldschule stellvertretender Elternpflegschaftsvorsitzender ist, kennt aber auch die Einschränkung, die die Grundschulleiter vorgegeben haben: «Während die weiterführenden Schulen aus Stolberg sich als solche vorstellen dürfen, sind wir nur als Elternvertreter dort.» Eine Gesamtschule selbst kann sich auf der Veranstaltung nicht präsentieren.

«Eltern für Eltern»

Und deshalb bleibt es natürlich auch bei der zusätzlichen Veranstaltung, die das Netzwerk genau eine Woche später, am Dienstag, 24. November, anbietet. «Eltern für Eltern» nennt Achim Graetz das Motto, und geklärt werden soll die Frage: «Gesamtschule - Schule meiner Wahl?»

Ab 19.30 werden im Saal «Angie´s» in Büsbach mindestens acht Elternvertreter der drei Gesamtschulen in unmittelbarer Nähe, also Brand, Eschweiler und Langerwehe, für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. «Wir wünschen uns eine âOpen-Space´-Veranstaltung», erklärt Graetz, dass es an diesem Abend keine Vorträge und keine Podiumsdiskussion gibt, sondern vielmehr nach einer kurzen Einführung die Gelegenheit für interessierte Eltern und Schüler bestehen sein soll, im lockeren Gespräche, einzeln oder in einer Gruppe, alles über die Gesamtschulen zu erfahren.

An diesem Abend sollen vor allem die Eltern die Möglichkeit zur Information bekommen, die an der für diesen Winter geplanten Elternbefragung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Stolberg teilnehmen werden. Mit der Befragung soll, so der politische Wille in Stolberg, der Bedarf für eine Gesamtschule in der Kupferstadt ermittelt werden. Ob am 24. November auch die Gesamtschulen selbst Vertreter schicken, ist indes noch nicht klar. «Das stellen wir den Schulen grundsätzlich frei», sagt Achim Graetz.



Aachener Nachrichten 28.10.09
Netzwerk will Bemühungen um Gesamtschule verstärken
Stolberg. Die Spannung steigt, auch wenn das am Montag, dem ersten Schultag nach den Herbstferien, nicht wirklich zu spüren war. Hinter den Kulissen aber schmieden die Leiter und Verantwortlichen der weiterführenden Schulen in Stolberg an den Plänen für das nächste Schuljahr. Und sie arbeiten an Strategien, wie sie die Eltern der aktuellen Viertklässler von den Vorzüge ihrer Einrichtung überzeugen können.

Während sich die beiden Gymnasien und die Realschule I angesichts des regen Zulaufes und positiver Entwicklungsprognosen in einer recht komfortablen Situation befinden, müssen die beiden Hauptschulen und die Realschule Mausbach um den Erhalt ihrer Zweizügigkeit bangen. Das hängt maßgeblich auch damit zusammen, dass sich in den vergangenen Jahren jeweils fast ein Drittel der angehenden Fünftklässler für eine Gesamtschule entschieden haben. Und die gibt es bekanntlich in Stolberg bislang nicht.

Dass sich dies ändern soll, fordern zahlreiche Eltern seit langem - unterstützt vom Netzwerk «Insgesamt», das die 13 Gesamtschulen in der Region vertritt. Das Netzwerk ist es auch, das die Bemühungen um eine Gesamtschule in der Kupferstadt in den kommenden Wochen und Monaten deutlich verstärken will. Den Anfang in diesem Sinne macht ein Informationsabend, der am Dienstag, 24. November, ab 19.30 Uhr in Angie´s Bistro in Büsbach stattfinden wird.

 AC-HS-DN,11.6.2009

Eltern wollen die Gesamtschule

 

Netzwerk "Insgesamt" kritisiert die ablehnende Haltung der NRW-Regierung

 

VON MARLON GEGO UND THORSTEN KARBACH

 Spätestens seit eine Um­frage in St. Augustin vergangene Woche ergeben hat, dass 64 Pro­zent der Eltern von Grundschü­lern ihre Kinder auf eine Gesamt­schule schicken wollen, hat die Diskussion um das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen wieder be­gonnen. Im Frühjahr mussten die Gesamtschulen des Landes jeden dritten Bewerber fürs kommende Schuljahr ablehnen, insgesamt fast 15000 Schüler. Und in Stol­berg wird darüber diskutiert, ob es wirklich sein muss, dass fast 700 Schüler Gesamtschulen in Aa­chen,. Eschweiler und Langerwehe

besuchen, weil. es in Stolberg selbst keine gibt und nach dem Willen des dortigen Schulaus­schussvorsitzenden, dem Land­tagsabgeordneten Axel Wirtz (CDU), auch keine geben soll.

CDU und FDP sind sich einig, alle bestehenden Schulformen "nach Kräften unterstützen zu wollen", sagte gestern die FDP-Bil­dungsexpertin Ingrid Pieper-von Heiden gegenüber dieser Zeitung. Allerdings sollen "die Privilegien für Gesamtschulen auf Empfeh­lung des Landesrechnungshofes" eingestellt werden.

Das Netzwerk "Insgesamt", das 13 Gesamtschulen in Heinsberg, Düren, Stadt und Kreis Aachen vertritt, ist mit der Situation nicht einverstanden. "Ich denke, dass die. Landesregierung mit aller Macht verhindern möchte, dass neue Gesamtschulen entstehen", sagte Sprecherin Maike Arz gestern auf Anfrage. Arz erkennt in dieser Weigerungshaltung ein "elitäres Grunddenken, das echte Chan­cengleichheit für alle Schüler ver­hindert". "Insgesamt" verleiht sei­nem Protest mit einer ungewöhn­lichen Aktion Ausdruck: In den nächsten Tagen wollen die Eltern zahlreicher Gesamtschüler Post­karten an Bildungspolitiker aller Parteien in ganz NRW schicken. Auf den Karten stehen Fragen zur Zukunft des Bildungssystems, die die Eltern gern beantwortet hät­ten. ~ Seite 5

 

 

HN 11.6.09

Elternwille prallt auf politischen Standpunkt

"Mit uns nicht": Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder an Gesamtschulen anmelden, doch die Landesregierung steuert dem mit ihrer Schulpolitik entschieden entgegen. Warum eigentlich?

Eine Spurensuche.

MARLON GEGO UND THORSTEN KARBACH

Aachen. Axel Wirtz fällt es gar nicht so leicht, seinen Standpunkt zu begründen, am Ende sagt er:

"Sie müssen einfach akzeptieren, dass die CDU diesen Standpunkt vertritt." Axel Wirtz ist Landtags­abgeordneter der CDU, Vorsitzen­der des Schulausschusses der Stadt Stolberg, aber zu begründen, wa­rum er für das dreigliedrige Schul­system und gegen die Gesamt­schulen ist, das fällt ihm gar nicht so leicht. Obwohl viele Wähler im Land gerade eine ganz andere Auf­fassung vertreten als er selbst.

Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat dem Rat der Stadt Aa­chen vergangene Woche in unge­wöhnlich deutlichen Worten klar­gemacht, dass aus der von SPD, Grünen und eben auch CDU ge­meinsam gewünschten Einrich­tung einer vierten Gesamtschule in Aachen nichts wird. Auch des­wegen stellt sich die Frage, was genau es ist, das die CDU auf einer Politik beharren lässt, die einem sich immer deutlicher werdenden Willen der Eltern im Land ver­schließt.

Eine von der Stadt St. Augustin in Auftrag gegebene Umfrage, der­zufolge 64 Prozent aller Eltern in St. Augustin ihre Kinder nach der Grundschule an einer Gesamt­schule anmelden möchten, lasse vermuten, glauben Experten, dass die Schullandschaft durch gesell­schaftliche und schulische Verän­derungen wie die kürzere Zeit bis zum Abitur auf dem Gymnasium in Bewegung geraten sei. Eine Fol­ge: Die Gesamtschule wird für El­tern attraktiver, als sie bislang war.

Hans Schneider überraschen die­se Zahlen nicht. Schneider ist Lei­ter der Aachener Maria-Montesso­ri-Gesamtschule und musste im letzten Anmeldeverfahren wieder vielen Eltern Ablehnungen schrei­ben - zu vielen, wie er sagt. Rund 250 Kinder haben in Aachen nun schon im zweiten Jahr in Folge keinen Gesamtschulplatz gefun­den. "Wenn ich gefragt würde, würde ich dafür plädieren, nur noch Gesamtschulen anzubie­ten", sagt er und berichtet von der

gezielteren Förderung, der späte­ren Selektion, der besseren Inte­gration. Also, Herr Schneider, ist die Gesamtschule die bessere Schule? "Sie ist die bessere Alter­native", antwortet er. "Weil wir die Schüler beobachten und ge­zielt an Stärken und Schwächen arbeiten." Und überhaupt sei die Gesamtschule die logische Fort­führung der Grundschule. "Grundschulen sind doch auch Gesamtschulen", sagt Schneider.

Nein, sagt da Wolfgang Königs.

Der Aachener Ratsherr macht kei­nen Hehl daraus, dass er Verfech­ter des dreigliedrigen Schulsys­tems ist. Tage nachdem die Aache­ner CDU entgegen der Landeslinie den Antrag auf eine vierte Gesamt­schule unterschrieben hatte, hing

im Schaukasten seines Wahlbe­zirks noch ein Artikel, in dem sich die Partei "gegen die Zerschlagung des dreigliedrigen Schulsystems" stellt. "Mit uns nicht", ist der Arti­kel überschrieben. "Das dreiglie­drige System hat einen Vorsprung gegenüber den Gesamtschulen", sagt Königs. Für ihn ist die vierte Aachener Gesamtschule kein Sin­neswandel, sondern eine pragma­tische Lösung im Zeichen des EI­ternwillens.

Herbert Reul war früher selbst Lehrer und bis 2003 Generalsekre­tär der CDU in NRW. Jetzt ist er Mitglied des Europäischen Parla­ments, er kann in wenigen Wor­ten formulieren, was vielen Partei­freunden so schwerfällt. Dem Fest­halten am dreigliedrigen Schulsys­tem liege zugrunde, dass Men­schen unterschiedliche Begabun­gen und Interessen haben. "Des­wegen", sagt Reul, "muss man un­terschiedliche Angebote machen." Die politischen Gegner würden dies "als Selektion bezeichnen" ­was auch stimme, aber eben nicht in einem negativen Kontext: "Die Unterschiedlichkeit der Menschen muss man doch nutzen, die ist ja kein Fehler", sagt Reul.

Die frühere Schulministerin Ute Schäfer (SPD) hält dem entgegen, dass diese Auffassung "aus dem vorvorletzten Jahrhundert" stam­me. Die globalisierte Arbeitswelt verlange aber längst nach anderen Anforderungen: "Die Welt und der Mensch, der sich darin bewegt, sind komplexer geworden." Dieser Komplexität trage ein integratives Schulsystem besser Rechnung als ein mehrgliedriges.

"Es ist doch so", sagt Axel Wirtz, "viele Eltern schicken ihre Kinder auf eine Gesamtschule, weil sie sie nicht auf eine Hauptschule schi­cken wollen", und wahrscheinlich hat er damit recht. Die Frage ist nur, was daraus folgt.

Wirtz lobt die Situation zu Hau­se in Stolberg, wo ab Sommer bei­de Gymnasien und eine Realschu­le ganztägig arbeiten. Dass ab Au­gust fast 700 Kinder aus Stolberg Gesamtschulen in Aachen, Eschweiler und Langerwehe besu­chen, weil es in Stolberg keine Gesamtschule gibt, sagt er nicht.

 

 

 

 

ZWEI FRAGEN AN THOMAS BREUER

Sprecher Schulministerium NRW

"Sehe keinen Widerspruch"

Herr Breuer, immer mehr Eltern wollen ihre Kinder auf Gesamt­schulen schicken. Zeit für das Schulministerium zu reagieren?

Breuer: Wir sehen darin keinen Widerspruch zu unserer Politik. Die Gesamtschule ist Teil unse­res mehrgliedrigen Systems und wird von uns genauso behan­delt wie jede andere Schulform.

Aber es ist nicht so, dass die CDU neue Gesamtschulen mit offenen Armen empfinge.

Breuer: Wir sind nicht gegen Gesamtschulen, wir wollen aber nicht, dass unser derzeitiges Schulsystem von einer Einheits­schule ersetzt wird. Im Übrigen sind in der laufenden Legisla­turperiode bereits mehr Ge­samtschulen gegründet worden als in den letzten zehn Jahren Rot-Grün insgesamt. (gego)

 

 

 


AN 17.3.2009

Gesamtschulen beklagen «skandalöse Missstände»

Aachen. Die Schulpflegschaften von zwölf Gesamtschulen in den Kreisen Düren und Heinsberg und der Städteregion Aachen fordern von NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) eine «umgehende Korrektur der Lernstandserhebungen».

Dies teilte das Interessennetzwerk dieser Schulpflegschaften, «Ingesamt», der Ministerin in einem offenen Brief mit.

Bei den zwischen dem 3. und 11. März erhobenen Lernständen der Jahrgangsstufen acht seien an den Gesamtschulen nur zwei von drei Testheftversionen eingesetzt worden, Heft C für den oberen Leistungsbereich jedoch nicht mehr.

Dies suggeriere, heißt es in dem offenen Brief, dass es an Gesamtschulen keine für die an Gymnasien eingesetzte Testheftversion C befähigten Schüler gebe, Gesamtschüler gymnasiales Niveau also überhaupt nicht erreichen könnten.

Das Netzwerk «Insgesamt», das die Eltern von etwa 15.000 Schülern vertritt, vermutet darin eine «politisch motivierte Verweigerung der Leistungsmessung» und bezeichnet dies als «skandalösen Missstand», der der sofortigen Korrektur bedürfe.

Das Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen bewertet den Sachverhalt anders. Auf Anfrage dieser Zeitung sagte Ministeriumssprecher Thomas Breuer am Montag, der Grund für die beschriebene Verfahrensänderung sei, dass es an den Gesamtschulen Schüler ohne Gymnasialempfehlung gebe.

Dennoch gelte: «Alle drei Versionen (der Testheftversionen, d. Red.) decken das gesamte Spektrum von Kompetenzstufen und Schwierigkeitsgraden ab. Damit ist sichergestellt, dass auch Schüler, die an Gesamtschulen das Abitur anstreben, angemessen getestet werden können.»

Eine Korrektur dieses Verfahrens sei deswegen nicht vorgesehen, sagte Ministeriumssprecher Breuer.




 

Aachener Zeitung 28.2.2009

 

«Insgesamt» will Ruf der Gesamtschulen verbessern

 

Aachen. Die Gesamtschulen können nicht annähernd alle Schüler aufnehmen, die gerne eine Gesamtschule besuchen würden. In den Kreisen Heinsberg, Düren und Aachen und in der Stadt Aachen mussten gerade erst wieder 1008 Schüler zum neuen Schuljahr abgelehnt werden.

Im Februar hat sich auch deshalb das Netzwerk «Insgesamt» aus den Schulpflegschaften heraus gegründet, die Lobby der Gesamtschulen der Region soll nachhaltig verbessert werden.

Doch sind die Gesamtschulen die Antwort auf die deutsche Bildungsmisere? Mit Maike Arz, einer Sprecherin des Netzwerks, sprach Marlon Gego.

Frau Arz, mehr als 40 Jahre nach Einführung der Gesamtschule lautet ein Fazit: Gesamtschulen sind auch nicht gerechter als andere Schulformen. Korrekt?

Arz: Das kann man so nicht sagen. Die Gesamtschulen, die es heute gibt, haben nur wenig mit denen zu tun, die eigentlich geplant waren.

Wie waren sie denn geplant?

Arz: Der eigentliche Zweck der Gesamtschulen war, alle Schüler einer Generation unter einem Dach zusammenzubringen und zu unterrichten. De facto ist es heute aber so, dass wir in Nordrhein-Westfalen immer noch vier Schulformen haben, die nebeneinander existieren.

So gesehen erfüllt die Gesamtschule ihren Zweck gar nicht. Warum haben wir sie dann?

Arz: Idealerweise hätten alle Gesamtschulen eine heterogene und vielfältige Schülerschaft, die einen Durchschnitt der Gesellschaft abbildet. Aber sagen wir mal so: In den vergangenen zehn Jahren hat sich eine Menge geändert, deswegen müsste man die Gesamtschulen vollkommen neu bewerten.

Nämlich wie?

Arz: Wir haben durch viele auch internationale Studien ganz andere Vergleichsmöglichkeiten als noch vor zehn Jahren, wir haben Lernstandserhebungen, zentrale Abschlussprüfungen und Zentralabitur. Die internationalen Vergleiche führen uns wieder vor Augen, dass es sich nur deutschsprachige Länder leisten, die Kinder nach vier Schuljahren zu trennen und auf verschiedene Schulformen zu verteilen. Die meisten unserer Nachbarländer haben Gesamtschulen, was ein Grund dafür ist, dass die Bildungssysteme vieler unserer Nachbarländer erfolgreicher sind als unseres.

Und was ergeben die nationalen Vergleiche der Schulformen?

Arz: In Nordrhein-Westfalen schneiden die Gesamtschulen ziemlich gut ab.

Bei vielen Menschen steht die Gesamtschule im Ruf, letztlich eine Hauptschule zu sein, auf der man irgendwie Abitur machen kann.

Arz: Das ist einer der Gründe, aus denen wir das Netzwerk «Insgesamt» gegründet haben: Um Aufklärungsarbeit zu leisten, um gängige Vorurteile aufzuklären.

Aber ist es nicht tatsächlich so, dass Gesamtschulen von relativ vielen Schülern besucht wird, die auf Hauptschulen gingen, wenn es keine Gesamtschulen gäbe?

Arz: Das hat sich stark geändert und ändert sich noch. Gesamtschulen haben heute erheblich mehr Zulauf von Schülern mit Gymnasial- und Realschulempfehlung als vielleicht noch vor zehn Jahren. Es gibt zunehmend den Trend, dass Eltern ihre Kinder, auch wenn sie vergleichsweise leistungsstark sind, an einer Gesamtschule anmelden. Von diesem Trend profitieren alle Gesamtschüler.

Gibt es Gründe für diesen Trend?

Arz: Es gibt zum einen die von den Konzepten der Gesamtschulen überzeugten Eltern. Zum anderen gibt es die Eltern, die ihren Kindern nicht zumuten möchten, die Schule in nur acht Jahren mit dem Abitur abzuschließen, sondern lieber in neun Jahren. Druck, Leistungs- und Konkurrenzdenken sind an der Gesamtschule gewöhnlich weniger stark ausgeprägt als am Gymnasium.

Das hört sich sehr nach einem Plädoyer für die Gesamtschule an, aber sagen wir mal so: In Bayern, dem Bundesland, dem man traditionell das beste Niveau seiner Schulen nachsagt, gibt es seit 1993 nicht eine einzige Gesamtschule mehr.

Arz: Bayern hat das Gesamtschulkonzept nur sehr halbherzig verfolgt, die Idee hat sich dort gar nicht durchgesetzt...

...und doch wird Bayern das beste Schulniveau attestiert. Das spricht eigentlich gegen die Gesamtschulen, oder nicht?

Arz: Man sollte das Gesamtschulkonzept gar nicht isoliert betrachten, sondern muss es immer auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext sehen. Bayern und Nordrhein-Westfalen sind zwei völlig unterschiedliche Länder, und was für das eine Land gut ist, muss nicht notwendigerweise auch im anderen funktionieren.

Sicher, und trotzdem: Finnland, das erfolgreichste Land beider Pisa-Studien, hat flächendeckend Gesamtschulen, unabhängig von regionalen Verschiedenheiten. Die Schüler sind dort neun Jahre lang in einer Klasse...

Arz: ...und 70 Prozent der finnischen Schüler machen Abitur, in Deutschland nur etwas über 40 Prozent. Wir sollten Finnland außen vor lassen, das Bildungssystem ist mit unserem nicht zu vergleichen, schon weil dort erheblich mehr Geld zur Verfügung steht. Die Klassen sind bei weitem nicht so groß wie hier, es gibt keine Brüche im Bildungsweg wie hier mit dem Wechsel von Kindergarten zur Grundschule und von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Auch die Kooperation mit den Eltern der Schüler ist zielgerichteter, harmonischer.

Frau Sommer, die NRW-Schulministerin, hat uns eben auf Anfrage mitgeteilt: «Ich stehe zu den Gesamtschulen. Sie sind ein fester Bestandteil des gegliederten Schulsystems in Nordrhein-Westfalen.»

Arz: Aha.

Hört sich, auch wenn es gut gemeint ist, ein bisschen so an, als seien die Gesamtschulen eher gedulet als gewünscht. Führen die Gesamtschulen ein Nischendasein?

Arz: Völlig richtig, genau so ist es. Die Schulform ist nur deswegen geduldet, weil die Landesregierung großen Widerstand zu befürchten hätte, wenn die Gesamtschule wieder abgeschafft würde. Aber es gibt trotzdem Mittel, es den Gesamtschulen schwerzumachen. Etwa dadurch, dass nordrhein-westfälische Gesamtschulen allein vergangenes Jahr 15.000 Schüler abweisen mussten, weil es nicht genügend Kapazitäten gibt. Man kann diese Politik gesamtschulfeindlich nennen, die vehement einen existierenden Elternwillen missachtet.

Das ist einer der Gründe, aus denen sich das Interessennetzwerk Schulpflegschaften der Gesamtschulen in der Region Aachen-Düren-Heinsberg gegründet hat, ja?

Arz: Einer der Gründe, ja. Ein anderer: Die Eltern, deren Kinder an Gesamtschulen abgewiesen werden müssen, haben keine Interessensvertretung. Auch in diesem Bereich wollen wir helfen. Deswegen möchten wir an Grundschulen gehen, um dort Aufklärungsarbeit zu leisten.

Ihre Möglichkeiten sind natürlich begrenzt...

Arz: ...solange die Landesregierung verhindert, dass mehr Gesamtschulen gegründet werden, für die es offenbar Bedarf gibt.

Was genau versprechen Sie sich also vom Engagement Ihres Netzwerkes?

Arz: Wichtige Adressaten sind für uns die Eltern von Gesamtschülern oder Eltern, die ihre Kinder gern auf eine Gesamtschule schicken würden. Wir denken aber auch daran, Lehrer besser zu informieren. Grundschullehrer vor allem, die zu wenig über Gesamtschulen wissen und deswegen ihrerseits die Eltern ihrer Schüler schlecht über Gesamtschulen informieren. Diese Erfahrung habe ich persönlich gemacht, deswegen ist das ein wichtiges Feld unserer Arbeit.

Und weiter?

Arz: Wir möchten Unternehmer informieren und Ausbilder, Politiker und andere regionale Entscheidungsträger. Uns geht es darum, zur höheren gesellschaftlichen Akzeptanz beizutragen. Zu der Akzeptanz, die die Gesamtschulen unseres Erachtens verdient haben.

Was haben eigentlich Ihre Kinder auf der Gesamtschule gelernt, das sie auf Gymnasium, Haupt- oder Realschule nicht gelernt hätten?

Arz: Ich bin froh, dass meine Kinder in Klassen sind, die sehr vielfältig sind, in denen also Kinder sehr unterschiedlicher Herkunft sind, in denen viele von vielen profitieren können. Solche Klassen spiegeln genau die Gesellschaft...

...in der sie sich später ohnehin zurechtfinden müssen.

Arz: Die Gesamtschule, von der wir reden, ist vielleicht nicht generell die ideale Schulform; aber sie ist zurzeit die Schulform, die Lösungen für die Probleme des deutschen Schulsystems anbietet, und in dieser sich verändernden Gesellschaft ist die integrierte Gesamtschule ein Erfolgsmodell.

 


Heinsberger Nachrichten 28.2.2009

14 630 Kinder bekommen keinen Platz

Die SPD gibt der CDU die Schuld, Gesamtschulen zu behindern, die CDU zeigt auf die Kommunen. Und in Aachen organisieren sich jetzt die Eltern

 

KURZ NOTIERT

Viel zu wenig Plätze an Gesamtschulen Aachen.

 In Nordrhein-Westfa­len gibt es viel zu wenig Ge­samtschulplätze. Das zeigte gestern einmal mehr die Ver­öffentlichung der aktuellen Anmeldungen für das kom­mende Schuljahr. Demnach mussten die Gesamtschulen 14630 Kinder ablehnen, ein Drittel aller Bewerber. Die ehe­malige NRW -Schulministerin Ute Schäfer (SPD) attackierte die Landesregierung und er­klärte, CDU und FDP betrie­ben eine gesamtschulfeindli­che Politik. Aus dem Ministeri­um hieß es dazu, dass die Schuld für den Mangel die Kommunen trügen. ~ Seite 4

 

Aachen. Die Gesamtschulen Nordrhein-Westfalens haben für das kommende Schuljahr mehr als 14600 Kinder ablehnen müssen. An den 13 Gesamtschulen in den Kreisen Düren und Heinsberg so­wie in Stadt und Kreis Aachen ha­ben nur 1988 Kinder von 2996 angemeldeten Kindern einen Platz bekommen, also 66,4 Prozent (sie­he Grafik). Maike Arz vom gerade gegründeten Gesamtschule-Inte­ressennetzwerk Aachen-Düren­-Heinsberg "Insgesamt" (siehe In­fo-Box) vermutet, die Landesregie­rung mache den Ge­samtschulen die Exis­tenz absichtlich schwer und sähe diese Schul­form am liebsten wieder abgeschafft.

Im Schulministerium sieht man das anders:

"Wir prüfen grundsätz­lich jeden Antrag zur Neugründung von Ge­samtschulen", sagt Thomas Breuer, Sprecher von NRW-Schulministerin Barba­ra Sommer (CDU). Dass es aller­dings nicht mehr Gesamtschulen gebe, obwohl es ja offensichtlich Bedarf gibt, scheitere oft an der praktischen Umsetzung, die nicht das Ministerium zu verantworten habe: "Wenn's konkret wird, scheitern Neugründungen oft an Anmeldezahlen."

Sommers Amtsvorgängerin Ute Schäfer (SPD) hält das für "eine abenteuerliche Argumentation", die Politik der Landesregierung könne man "nur als gesamtschul­feindlich bezeichnen", sagte sie gestern gegenüber dieser Zeitung. Obschon die Weihen der integra­tiven Gesamtschule vielfach be­legt und erwiesen seien, halte die Landesregierung an einem Schul­system fest, das seine Ursprünge im Ständeschulsystem der Kaiser­zeit habe.

Dem widerspricht nun wieder Ministeriumssprecher Breuer, der sagt, es gebe keine ideologische Diskussion. Es sei überdies durch nichts belegbar, "dass das Gesamt­schulsystem grundsätzlich besser ist als unser viergliedriges Schul­system" mit Haupt-, Real-, Ge­samtschule und Gymnasium, al­len Pisa-Erfolgen der Gesamt­schulländer Finnland, Kanada oder Japan zum Trotz.

Die Ministerin selbst, Barbara Sommer, sagte gestern: "Wenn die Kriterien erfüllt sind, werden auch neue Gesamtschulen genehmigt." Dazu müssen aber zunächst Schul­träger, in der Regel also die Kom­munen, die entsprechenden ·An­träge stellen.

Vielleicht ist in diesem Zusam­menhang in der Tat eine andere Zahl interessant, die verdeutlicht, dass die Diskussionen um mehr Gesamtschulplätze zunächst eher mit den Kommunen als mit der Landesregierung geführt werden müssten: Aus neun Städten in Nordrhein-Westfalen gibt es zurzeit Anträge auf die Neugründung einer Gesamtschule. Bei 396 Städ­ten und Gemeinden in Nordrhein­ Westfalen entspricht das einem Anteil von gerade einmal 2,27 Pro­zent.

"Das ist wahrhaftig keine Mas­senbewegung", stellte gestern CDU-Schulpolitiker Klaus Kaiser fest.

 

"Man kann die Politik der Landesregierung nur als gesamtschulfeindlich bezeichnen."

UTE SCHÄFER (SPD), EHEMALS NRW-SCHULMINISTERIN

 

Netzwerk für Aachen, Düren und Heinsberg

 

Das Interessennetzwerk von

Schulpflegschaften der Gesamt­schulen in Aachen, Düren und Heinsberg namens "Insgesamt" wurde am 2. Februar gegründet.

Der Zweck des Netzwerkes be­steht darin, als Vertreter der El­tern von etwa 15 000 Schülern die Arbeit der Gesamtschulen zu stärken und zu unterstützen. Das Netzwerk versteht sich als über­parteiische Interessensgemeinschaft, die den Stellenwert der Gesamtschule verdeutlichen und sich für ein realistisches Bild die­ser Schulform einsetzen will.

- Mehr Infos im Internet: www.insgesamt.de.tl


 

 

 





Aachener Nachrichten 5.2.2009

Aachen

Gesamtschulen wollen kooperieren 

 

Aachen. 13 Schulpflegschaften  von Gesamtschulen aus Stadt  und Kreis Aachen und den Kreisen Düren und Heinsberg wollen sich am kommenden Montag zu einem Netzwerk zusammenschließen. Der Zusammenschluss versteht sich als Kommunikationsplattform und Interessenvertretung, da nach Auffassung der Schulpflegschaften in der Öffentlichkeit zu wenig und häufig auch negativ über Gesamtschulen berichtet wird. Um mangelnder Wertschätzung, falschen Vorstellungen oder politischen Angriffen vorzubeugen, wollen sich die Elternvertreter aktiv in die Bildungsdebatte einmischen. (reg)  .

 




Presseerklärung zur Gründung der Interessensgemeinschaft Februar 2009:

Presseerklärung

 

 

Die Schulpflegschaften von 13 Gesamtschulen der Region Aachen-Düren-Heinsberg schließen sich unter dem Namen

INSGESAMT

Interessensnetzwerk Schulpflegschaften der Gesamtschulen in der Region Aachen-Düren-Heinsberg

zusammen. Elternvertreter/innen von 9 Gesamtschulen haben sich am Montag, den 2. Februar 2009, in der Maria-Montessori-Gesamtschule Aachen erstmals getroffen, um das Netzwerk zu gründen. Insgesamt beteiligen sich 13 Schulpflegschaften.

Die zentrale Zielsetzung ist, als Vertreter/innen der Eltern von ca. 15.000 Schülern und Schülerinnen die wertvolle Arbeit der Gesamtschulen zu stärken und zu unterstützen. Das Netzwerk versteht sich als starke, überparteiische Interessensgemeinschaft, die mit Argumenten und Fakten den Stellenwert der Gesamtschule in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit rücken und sich für ein realistisches Bild dieser zeitgemäßen und fortschrittlichen Schulform einsetzen will. Anlass für den Zusammenschluss gibt die Erfahrung der Schulpflegschaften, dass die Schulform Gesamtschule häufig unterbewertet und bislang oftmals sogar unwidersprochen schlecht geredet wurde und dass Einwände einzelner Schulpflegschaften in der Regel wirkungslos blieben.

Gemeinsame Aktionen sollen in verschiedenen Richtungen wirken:

Es soll das Bewusstsein für die schulformspezifischen Besonderheiten und Vorzüge innerhalb der Elternschaft geschärft werden.

  • Die Öffentlichkeit ist über die trotz der gegebenen Rahmenbedingungen hervorragenden Leistungen und Erfolge der Gesamtschulen aufzuklären.
  • Die verantwortlichen Politiker auf kommunaler, regionaler und Landes-Ebene werden erneut aufgefordert, alle Gesamtschulen ihrer heutigen gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend anzuerkennen und zu unterstützen.
  • Schließlich fordert das Netzwerk nachdrücklich, die gravierende Unterfinanzierung im gesamten Bildungsbereich für unsere Kinder aufzuheben, damit Schule ihrem gesellschaftlichen Auftrag in sinnvoller und wirksamer Weise gerecht werden kann.

Die Schulpflegschaften des Netzwerkes begrüßen die Gründung dieser Plattform in der Absicht, sich gegenseitig zu informieren und sich gemeinsam zu engagieren.

In dem Kreis ist man sich einig, dass es wichtig ist, die Allgemeinheit, insbesondere Eltern, Politiker, aber auch Lehrer und Ausbilder besser über die wertvolle und erfolgreiche Arbeit an Gesamtschulen zu informieren und als Eltern von Gesamtschüler/innen selbstbewusst falschen Vorstellungen entgegenzutreten. Das Engagement der Elternvertreter/innen, zur realistischen Wahrnehmung und Wertschätzung der Gesamtschulen beizutragen, ist verbunden mit der Forderung, jede einzelne Schule mit den notwendigen Ressourcen auszustatten.

Konkret angestoßen wurden zwei Aktionen, durch die die Pluspunkte der Gesamtschulen herausgestellt werden. Eine Aktion intendiert Aufklärungsarbeit von Eltern für die Eltern von Grundschulkindern. Die andere Aktion will zur Diskussion mit Schulpolitikern auffordern.

Die Unterzeichner dieser Presseerklärung sind die Schulpflegschaften der Anita Lichtenstein Gesamtschule Geilenkirchen; Anne Frank Gesamtschule Düren-Mariaweiler; Betty Reis Gesamtschule Wassenberg; Gesamtschule Aachen Brand; Gustav Heinemann Gesamtschule Alsdorf; Heinrich Böll Gesamtschule Düren; Heinrich Heine Gesamtschule Aachen Laurensberg; Gesamtschule Herzogenrath; Gesamtschule Langerwehe; Maria Montessori Gesamtschule Aachen; Gesamtschule Niederzier-Merzenich; Gesamtschule „Waldschule“ Eschweiler.

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