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Aachen lokal

Offene Türen für die vierte Gesamtschule

Von Christoph Classen | 18.05.2010, 21:39

Aachen. Christiane Schwarz kann sich wohl nur an wenige Tage erinnern, an denen sie so viele offene Türen hintereinander einrannte. Zunächst einmal war da die Pforte zum Ratsaal. Dort tagte Dienstagabend das Bürgerforum und Schwarz war mit einer Handvoll Mitstreiter gekommen, um ihr Anliegen vorzutragen.

Und nachdem sie das getan hatte, rannte sie weiter offene Türen rein. Bei der SPD und den Grünen, die explizit betonten, dass ihre Pforten für Schwarz´ Vorschlag weit offen stünden. Auch aus Reihen der CDU wurde Wohlwollen bekundet, Leo Deumens (Linke) hob hervor, dass sich seine Partei schon immer für längeres gemeinsames Lernen eingesetzt habe und dass Schwarz´ Vorschlag ein erster richtiger Schritt auf diesem Weg sei.

Christiane Schwarz und ihre Mitstreiter waren in das Bürgerforum gekommen, um eine vierte Gesamtschule für Aachen zu fordern. Sie begründeten das. Mit dem bewährten pädagogischen Konzept der Gesamtschulen. Damit, dass an ihnen alle Abschlüsse machbar seien. Und mit dem prozentualen Anteil von Migranten, die Abitur machen. Der sei an Gesamtschulen nämlich deutlich höher als an Gymnasien.

Ihr wohl wichtigstes Argument hatten die Befürworter einer vierten Gesamtschule auf ein Plakat geschrieben. 1184 war da zu lesen. Das ist die Zahl der Kinder, die in den vergangenen fünf Jahren auf eine Gesamtschule gehen wollten, aber dort keinen Platz bekommen hatten. «Rund 140 waren es allein im vergangenen Jahr», sagt Schwarz. Und sie nannte eine weitere Zahl. 1260. So viele Unterschriften hatten die Schulpflegschaften von Heinrich Heine Gesamtschule, Gesamtschule Brand, und Maria Montessori Gesamtschule - deren Pflegschaftsvorsitzende Schwarz ist - für die Gründung einer vierten Gesamtschule gesammelt. Drei Monate brauchten sie dafür.

Von Seiten der Verwaltung wurde betont, dass sie derzeit einen (rot-grünen) Antrag zum Thema «Überarbeitung der Schulstruktur» prüfe. Dabei sollen alle Optionen in den Blick genommen werden - was auch die der Einrichtung einer vierten Gesamtschule impliziert. Ulla Griepentrog (Grüne) warnte allerdings davor, «Luftschlösser zu bauen.» Angesichts des demographischen Wandels sei es unrealistisch, das eine neue Gesamtschule in «einem neuen Gebäude an einem neuen Ort» entstehe. Dr. Ralf Otten präzisierte. «Einem Schulleiter zu erklären, dass seine Schule demnächst geschlossen wird, ist nicht einfach», sagte der CDU-Mann. Soll heißen: Für eine neue Gesamtschule müsste eine andere Bildungseinrichtung weichen.

Auf schnelles Ausweichen jedenfalls möchte Marlis Hamacher in Zukunft verzichten. Zumindest wenn sie durch die Burtscheider Fußgängerzone flaniert. Die Vertreterin des Seniorenbeirats sprach sich gegen eine Öffnung der Einkaufsstraße für den Radverkehr aus. Begründung: «Die steigen ja jetzt schon nicht ab. Und wenn die fahren dürfen, wissen wir gar nicht mehr, wohin wir springen sollen.» Auch von den Fraktionen wurde der Antrag, die Fußgängerzone für Radfahrer frei zu geben, mehrheitlich kritisch gesehen. Beschlossen wurde, das Thema in der Bezirksvertretung Mitte und dem Mobilitätsausschuss weiter zu behandeln. Eine Empfehlung, den Antrag umzusetzen, gab es allerdings nicht.

Eingebracht worden war er von Ursula Bender. Im Bürgerforum legte sie ihre Beweggründe dar. Würde die Fußgängerzone für Radler legal befahrbar sein, würde das die Feinstaubwerte reduzieren und den Anreiz, sich in Aachen auf den Sattel zu schwingen, steigern, sagte Bender. So sieht das auch Monika Volkmer. «Der Münsterplatz ist ein Beispiel, dass das funktionieren kann. Radfahrer und Fußgänger müssen nur aufeinander Rücksicht nehmen», sagte die Vertreterin des «Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs».

Die Bedenken die Fraktionsvertreter konnte sie damit nicht zerstreuen. Zumal sich auch die Kur- und Badegesellschaft sowie die Burtscheider Interessengemeinschaft nicht fürs Radeln in der Fußgängerzone erwärmen konnten.

 

 

1260 Plädoyers für eine vierte Gesamtschule

Von Wolfgang Schumacher 18.05.2010, 20:47

 

Aachen. Schön aufbereitet in einer großen Pappkiste lagerten gestern 1260 Unterschriften von Eltern, fleißig gesammelt von Befürwortern einer vierten Gesamtschule in Aachen.

 

Adressat war das im Ratssaal tagende Bürgerforum unter Vorsitz von Karl Schultheis. «1260», die Zahl stand fotogen auf der Außenseite des Kartons, daneben eine andere, ebenso wichtige Zahl. «1184» stand dort, und als Erklärstück für die Politiker hatte man hinzugefügt, dass diese Anzahl von Kindern in den letzten fünf Jahren keinen Platz in den bestehenden drei Gesamtschulen bekommen habe.

Als Vertreterin der Schulpflegschaft der Maria-Montessori-Gesamtschule hatte Christiane Schwarz es in die Hand genommen, den Elternwillen nochmals auf den Punkt zu bringen. «Es spricht Bände, dass so viele für eine weitere Gesamtschule in Aachen sind», bekräftigte Schwarz die Forderungen. In den Fraktionen des Stadtrats seien die Eltern bei Gesprächen «auf viel Verständnis und Offenheit» gestoßen, was dieses Thema angehe.

Schwarz bemängelte, dass das bestehende Bildungssystem nicht sonderlich flexibel sei. Hier biete die Gesamtschule den höchsten Grad an Durchlässigkeit, gerade für Kinder mit Migrationshintergrund sei das wichtig. Dazu habe man inzwischen mit dem Gesamtschulkonzept lange und gute Erfahrungen. Schwarz: «Hier wird ein bewährtes pädagogisches Konzept verfolgt.»

Ulla Griepentrog (Grüne) dankte den Eltern für ihr «Engagement für so ein wichtiges Thema» und verwies auf den gemeinsamen Ratsantrag von Grünen und CDU mit dem Titel «Überarbeitung der Schulstruktur», in dem die «Bildung von Schulverbünden inklusive der Option einer vierten Gesamtschule» ins Auge gefasst werde. Man sehe aktuellen Handlungsbedarf in der Stadt, hieß es auch von Seiten der CDU, bei dem Thema vertreten durch den Ratsherrn Ralf Otten. Aber auch SPD und «Die Linke» sprachen sich für die Gesamtschule aus. Angesichts sinkender Schülerzahlen rede man hier natürlich nicht von einem Schulneubau, bremste Karl Schultheis die aufkeimende Euphorie ein wenig. Denn das Bürgerforum diskutierte bereits die Standorte Eilendorf, Haaren oder Verlautenheide für eine vierte Gesamtschule. Bis Oktober soll es nun eine «entscheidungsreife Vorlage» der Verwaltung zur Schulstruktur geben, der Ausschuss empfahl das dringend.

Montessori-Eltern besorgt

Auf ein Problem der Montessori-Grundschulen machte Michael Chauvistré, Schulpflegschaftsvorsitzender der Grundschule Reumontstraße, aufmerksam. Da die Schulbezirksgrenzen aufgehoben sind, erhielten nach der Kita-Zeit in einem Montessori-Kinderhaus nicht alle Familien, die dies wünschten, einen Platz an einer der Montessori-Grundschulen. Betroffen seien aktuell zwölf Kinder von Familien, die neu in die Stadt Aachen gezogen seien.

Der Vertreter des Schulverwaltungsamts, Manfred Ernst, bestätigte die Problematik und versicherte, dass man in diesem Jahr noch auf unbürokratische Art und Weise Abhilfe schaffen wolle. «Die Eltern sollen sich bei uns melden», riet er Chauvistré.

Keine Radtrasse in der Fußgängerzone

Die Eingabe der überzeugten Radfahrerin Ursula Bender, die Fußgängerzone in Burtscheid für den Radverkehr freizugeben, stieß auf wenig Gegenliebe im Bürgerforum. Man könne das Rad ohne weiteres durch Burtscheid schieben, war die einhellige Meinung.

Bender hatte in einer aufwändigen Eingabe mit genauen Routenberechnungen für den kurzen Weg durch Burtscheid geworben. Die Ausrichtung Burtscheids als Kurbezirk und als Wohnort von älteren Menschen «mit ihren Rollatoren» schreckte ab, das Bürgerforum gab keine Empfehlung. Jetzt sollen sich die Fachausschüsse mit dem Thema befassen.



1260 Unterschriften für eine vierte Gesamtschule

 

14.05.2010, 15:46

Aachen. In knapp drei Monaten haben Elternvertreter der drei Aachener Gesamtschulen 1260 Unterschriften für die Gründung einer vierten Gesamtschule gesammelt. Am Dienstag, 18. Mai, werden die Unterschriftenlisten im Bürgerforum überreicht. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Sitzungsaal des Rathauses.

Im Bürgerforum wird dann der Bürgerantrag zur Errichtung einer vierten Gesamtschule behandelt, den Christiane Schwarz, Schulpflegschaftsvorsitzende der Maria-Montessori-Gesamtschule, stellvertretend für die Initiative der drei Gesamtschulen eingereicht hat. Christiane Schwarz wird den Antrag auch im Bürgerforum erläutern. Für das kommende Schuljahr 2010/11 mussten an den drei Gesamtschulen 140 Kinder abgewiesen werden. In den Jahren zuvor war die Zahl der Ablehnungen noch höher.

In den Erläuterungen zum Tagesordnungspunkt im Bürgerforum verweist die Verwaltung auch auf den gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen zur Überarbeitung der Schulstruktur. Darin wird die Verwaltung beauftragt, bis Oktober eine entscheidungsreife Vorlage zu erstellen. Die Option einer vierten Gesamtschule ist ausdrücklich Bestandteil des Antrags von Schwarz-Grün.

Nach dem derzeitigen Zeitplan wird die Verwaltung wahrscheinlich am 28. Oktober im Schulausschuss ihre Arbeitsergebnisse vorstellen. In diesem Zusammenhang werde dann auch über eine vierte Gesamtschule beraten, heißt es.

Die Elternvertreter der drei Gesamtschulen haben in den vergangenen Monaten nicht nur Unterschriften gesammelt, sondern nach eigenen Angaben auch «intensive Gespräche» mit den Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken geführt. Alle Gespräche seien von viel Gesprächsbereitschaft und Interesse seitens der Politik geprägt gewesen, heißt es seitens der Schulpflegschaften.

In der Sitzung des Bürgerforums wollen die Elternvertreter erneut Fragen an die Politiker stellen. Denn man erwarte, «dass sie das Problem der Anmeldeüberhänge an Gesamtschulen durch eine vernünftige Schulpolitik lösen».

Aachener Nachrichten,
02.Februar 2010

Aachen. Mit einer Unterschriftenaktion machen sich die Elternvertreter der drei bestehenden Aachener Gesamtschulen für die Gründung einer weiteren Gesamtschule stark. Seit Dezember kursieren die Listen bereits an den Schulen, Ende Februar sollen die Unterschriften den Politikern übergeben werden.
Etwa zeitgleich dürften auch die neuen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen vorliegen, die einmal mehr deutlich machen werden, dass Heinrich-Heine-Gesamtschule, Gesamtschule Brand und Maria-Montessori-Gesamtschule die Nachfrage bei weitem nicht erfüllen können. Alleine im vergangenen Jahr mussten 276 Schüler abgewiesen werden. In den Jahren davor sah es kaum anders aus, und auch diesmal werden wohl wieder mehr als 250 Schüler nicht den gewünschten Gesamtschulplatz erhalten.

Eine Zitterpartie

Für die Eltern sei die Anmeldephase stets eine Zitterpartie, sagt Maike Arz, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Maria- Montessori-Gesamtschule und eine der Organisatorinnen der Unterschriftenaktion. Die Bewerbung grenze an Lotterie, die Zusage sei wie ein Hauptgewinn, die Ablehnung hingegen enttäuschend und frustrierend.

Kooperationen und Verbünde, wie sie inzwischen am Kronenberg, am Dreiländereck, in Aachen-Ost sowie zwischen Anne-Frank-Gymnasium und David-Hansemann-Realschule vorangetrieben werden, seien kein Ersatz für eine Gesamtschule. «Wir sind nicht gegen Verbünde und Kooperationen», sagt Arz. «Aber das ist nicht das Gleiche. Die Gesamtschule ist viel ausgereifter und lange erprobt.»

Umso mehr kritisieren die Elternvertreter der Gesamtschulen die Haltung der schwarz-gelben Landesregierung, die Neugründungen behindert. Nicht zuletzt daran sind auch jüngst die Pläne für eine vierte Gesamtschule im Aachener Osten gescheitert.

Viele Eltern werden somit weiterhin «gezwungen, eine andere Schulform zu wählen», meint Arz. «Wir wollen hartnäckig sein und dranbleiben», sagen die Eltern - wohlwissend, dass die Zukunft der Schulen auch ein Thema im Landtagswahlkampf ist.

Entsprechend positioniert haben sich auch die Aachener Schulpolitiker. Momentan werde man keiner vierten Gesamtschule zustimmen, erklärt Michael Steins, schulpolitischer Sprecher der CDU. Man habe in der Stadt «hervorragende neue Modelle» entwickelt, die die Durchlässigkeit des Schulsystems und die individuelle Förderung verbessern würden. «Wir glauben, das Schulangebot ist ausreichend.» Er liegt damit auf einer Linie mit Gretel Opitz, FDP. «Unsere Haltung gegen weitere Gesamtschulen ist unverändert», sagt sie. «Wir müssen die Schulen unterstützen, die wir haben.»

Besseres Konzept

Generell für längeres gemeinsames Lernen sprechen sich SPD, Grüne und Linke aus. Er blicke gespannt auf die Landtagswahl, sagt Mathias Dopatka, SPD. Langfristiges Ziel seiner Partei sei der flächendeckende Aufbau von sogenannten Gemeinschaftsschulen, die er als Weiterentwicklung der Gesamtschulen betrachtet. Innerhalb des jetzigen Schulsystems müsse kurzfristig eine vierte Gesamtschule in Aachen gegründet werden. Auch Georg Biesing, Linke, sagt: «Wir wollen das dreigliedrige Schulsystem überwinden.» Die vierte Gesamtschule für Aachen müsse nicht nur wegen der großen Nachfrage, sondern auch wegen des besseren pädagogischen Konzepts kommen.

Ulla Griepentrog, Grüne, verweist hingegen darauf, dass die Neugründung einer Gesamtschule nicht nur an der ablehnenden Haltung der Landesregierung, sondern auch am Geld scheitert. «Wir können nicht einfach eine neue Schule aus dem Boden stampfen.» Zugleich wolle sie weg von der «Schwarz-Weiß-Diskussion Gesamtschule gegen Dreigliedrigkeit». Schulkooperationen und -verbünde seien aus ihrer Sicht gute Wege, um von «den starren Zuweisungen nach dem vierten Schuljahr» wegzukommen und «mehr Durchlässigkeit» zu schaffen. «Wir sind in Aachen weiter als viele andere Städte.»

Den Gesamtschulbefürwortern reicht das dennoch nicht. Ihre Unterschriftenlisten für eine weitere Gesamtschule liegen an den drei Gesamtschulen aus und kursieren in Elternkreisen. Sie kann auch per E-Mail bei Michael Quante, Elternvertreter der Heinrich-Heine-Gesamtschule, angefordert werden: mquante@wanadoo.nl.


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